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Mein ultra langes Resümee des Reise-Jahres

Knack. Zisch. Schlürf. Lecker. Nein, lækker. Ich wohne ja jetzt in Dänemark und trinke mein alkoholfri pilsner aus der Dose, weil man das hier so macht. Was hat sich noch geändert in den letzten zwei Monaten? Ich studiere wieder und habe wenig Geld, das nervt. Dafür arbeite ich aber auch nur noch 20h die Woche, das ist gut. Auch gut: ich habe wieder offline Kolleg:innen. So richtig zum Anfassen und in 3D. Und: es gibt ein Büro. Einen Ort, an den ich zum Arbeiten gehe, anstatt die Arbeit mit mir rumzutragen. Was noch? Ach ja, die Reise ist vorbei. Ich habe eine Wohnung. Ein Zuhause. Mit Zeug, das mir gehört. Und wo ich bleibe.

Und was ist mit Zwölf Mal Deutschland? Denke ich da noch manchmal dran? Ja, manchmal. Oft? Nein. Warum habe ich das also gemacht?

Ich denke nicht mehr dran?

Wenn ich sage, ich denke nicht mehr viel an Zwölf Mal Deutschland ist das natürlich gelogen. Ich denke unheimlich viel an Cenin und das »jetzt geht’s los«-Gefühl in Trier. Außerdem denke ich viel an Ludwig, Regina, an Manuela & Peter. Ich denke, jetzt wo’s wieder kälter wird, an meine gemütliche Passauer WG und daran, wie ich Luise jeden Tag in Leipzig gesehen habe.

Und dann denke ich immer daran, wo ich heute vor einem Jahr war. Das Gute an dieser monatlichen Aufteilung ist ja: man weiß immer ganz genau, wann was wo war. Dinge, die mir normalerweise auch schnell mal verloren gehen, wenn die sechs Berlin-Jahre so im Mischmasch zwischen Kneipe, Uni und Arbeit verschwimmen. Das letzte Mal Haare geschnitten: Mitte September in Hamburg. Das erste Mal Pam-Workout (kill me): Februar in Köln. Das letzte Mal in einen Teich gefallen? Oktober in Trier.

Ein bisschen weniger denke ich an die Städte. Wenn ich jetzt in meinem Marketing-Job (lol) darüber rede, wann wir in Deutschland Kampagnen starten, denke ich an den Kölner Karneval und dass das voll das Ding ist. Wär ich ja vorher nie drauf gekommen. Wenn Leute »mal nach Ostdeutschland« in den Urlaub fahren wollen, glänze ich mit ungefragten Essens-Empfehlungen (eat or die). Und wenn jemand mal wieder Frankfurt (Main) statt Frankfurt (Oder) versteht, sage ich: aber da is auch schön. You should go!

Sozial wieder anstrengen

Was jetzt aber ganz anders ist, ist, surprise, meine Rolle. Während Zwölf Mal Deutschland hatte ich diese Beobachter-Rolle. Oder die Rolle der Fremden, wie ich sie in Freiburg nach Platon (so pretentious) betitele. Ich war kurze Zeit da, konnte mir einen guten Einblick verschaffen, mit Leuten reden und Lebenswelten abgleichen. War aber nie wirklich Teil eines sozialen Gefüges. Zu jeder Zeit war klar: ich bin in einem Monat spätestens wieder weg.

Und jetzt sitze ich in meiner Wohnung in Kopenhagen und muss mir ernsthaft Gedanken darum machen, mit wem ich meine Freizeit verbringen will. Mein Handeln hat wieder langfristige Auswirkungen. Und wenn ich mir einen Fehltritt leiste, kann ich nicht einfach abhauen. So jedenfalls die Theorie. Lebe ich deswegen anders? Natürlich nicht. Ich hänge immer noch mit den Leuten ab, die ich am besten finde. Ich trinke immer noch Bier und, ja, bin immer noch nett und neugierig. Aber Sie wissen ja: das Mindset, das Mindset.

Das Besitztum, dieser Irrsinn

Ein bisschen komisch ist es schon noch, dass ich jetzt einfach so ein festes Zuhause habe und nicht alle vier Wochen alle Dinge in einen Rucksack quetschen muss. Komisch. Und gut. Wirklich gut. Verdammt, warum fühlt sich das so gut an? Nicht nur, dass ich auf einmal mehr Klamotten und einen Schrank habe. Und dass ich mir aussuchen kann, was ich anziehe, manchmal sogar in ein Geschäft gehe und mir ein neues Kleidungsstück kaufe (Mama, sei stolz auf mich!). Warum fühlt sich das so gut an? Ich bin doch eigentlich gegen Konsum.

Was auch entspannend ist: dass ich hier Zeit habe. Und ich meine nicht, dass ich viel Freizeit habe, oh nein. Ich meine, dass ich gut Zeit habe, die Stadt zu erkunden. Die kleinen Ecken zu sehen, verschiedene Kneipen auszutesten und zwar nicht drei an einem Abend. Oder einfach mal gar nichts machen und sich dabei gut fühlen. Ich bin manchmal einfach um 6 zu Hause. Und gehe. Dann nicht mehr. Raus. Das wär ja während der 12 Monate undenkbar gewesen–was ich da alles hätte verpassen können. Klar, dadurch sieht man natürlich auch viel. Jetzt aber kann ich mir entspannt sagen: kann ich auch noch nächsten Monat machen. Oder irgendwann im Sommer. Oder halt das Jahr drauf.

Sowieso, das mit den Jahreszeiten ist auch krass. Köln wird für mich immer kalt und nass sein und Passau voller Schnee. Trier ist gemütlich und Leipzig goldbraun. Frankfurt hingegen ist warm und riecht nach Gras. Aber nicht so schlimm wie die Prignitz: die ist unerträglich heiß und es gibt viel zu viele Mücken.

Wie funktioniert Erinnerung

Was mir jetzt beim aktiven Erinnern aufgefallen ist: meine Erinnerungen nehmen ab. So werde ich zum Beispiel niemals diesen extrem emotionalen Anfang mit Cenin, Jenny und Yousif und dem Simpel in Trier vergessen. Von Trier kenne ich noch alles: Straßennamen, Cafés, das Kino. Selbst die Brücken könnte ich noch benennen.

Doch als ich dann letztens an meine Kölner WG, Station Nummer 6, gedacht habe, ist mir der Name meines Hippie-Mitbewohners nicht mehr eingefallen. Und dass ich überhaupt im Saarland war, habe ich letztens komplett vergessen. Warum? Das alles neu ist, wird irgendwann normal. Und – an dieser Stelle lohnt es sich zu erwähnen, dass das Wort »Kognition« im Titel meines Studiengangs vorkommt und ich somit die Weisheit pachte – die Festplatte ist halt irgendwann voll.

Bereue ich etwas? Nein. Nichts. Alles war gut. Selbst wenn es nicht gut war, dann war es nicht das En.., äh, sorry, dann war es lehrreich. Nur die Orte, an die ich wollte und nicht geschafft habe, um die tut es mir leid: die Nordsee. Und Gelsenkirchen. Fucking Gelsenkirchen. Die Stadt hätte noch irgendeine Überraschung für mich bereitgehalten, dit spür ick.

Und ich bereue noch etwas: dass ich es nicht geschafft habe, weder die Kennzeichen noch die Fußballvereine der Städte und Länder meiner Reise zu verinnerlichen. Das wäre die Chance gewesen. Jetzt wird das wohl nie was. Nur die Postleitzahlen, ein Trostpflaster, kann ich jetzt erklären.

Das Ranking

Die beste Stadt? Tübingen, sage ich immer. Da kam alles Gute zusammen: die schöne Stadt, die schöne Natur und Ludwig, als guter Freund und Mitbewohner. Ludwig, der mir Spikeball beibringt und mich auf Skitour mitnimmt. Und mich in die Tübinger Studierendenkultur einführt. Dazu: andere lange Freundschaften. Und generell viele gute Leute, eine der besten WGs, das Modellprojekt und somit offene Kneipen und Theater, während der Rest von Deutschland noch im Lockdown war. Dann noch Anne und Luise zu Besuch, was natürlich alles nochmal ein bisschen besser macht. Und zu guter Letzt sogar eine kurze, aufregende Liebesgeschichte, an die ich noch gern zurück denke. Tübingen: volles Programm.

Am lehrreichsten waren hingegen Trier und Franken. In Trier habe ich gelernt, was Toleranz wirklich bedeutet. Durch Cenin, der das lebt wie kein Anderer. In Franken habe ich gelernt, dass man eine Freundschaft auch über Alters- und vor allen dingen Meinungsgrenzen hinweg aufbauen kann.

Ok, und am schlimmsten? War definitiv Frankfurt am Main. Klar, das muss ich als Girl aus Frankfurt (Oder) ja sagen. Aber so meine ich das gar nicht. Frankfurt (Main), die Stadt, fand ich tatsächlich sogar überraschend gut. Alternativ, viele Gegensätze, international und lebendig. Nein, eher, ich: die Tübinger Liebesgeschichte war vorbei, ich habe alles vermisst, habe mich verloren und extrem einsam gefühlt. Mein Mitbewohner war 90% der Zeit vor lauter THC im Körper nicht ansprechbar und nichtmal richtig kochen konnte man in der Spielzeug-Küche. Die 12 Tage waren die größte Qual seit Ewigkeiten. Und ich war nie so froh wie damals, zu meinen Eltern zu fahren.

Genau dieser Fakt führt übrigens meine Liste von Erkenntnissen an. Und bitte:

11 Erkenntnisse in 12 Monaten

  1. Zeit vergeht immer schnell. Auch einsame Tage in Frankfurt. Auch wenn es 12 sind. Und auch wenn sie von Heimweh, Trennungsschmerz und Tränenmeer geprägt sind.
  2. Ortsunabhängige Hobbys sind Key. Schreiben, Laufen, Yogamatte. Und jede Stadt hat ein Musikgeschäft, in dem man kostenlos Klavier spielen kann.
  3. Das soziale Umfeld ist das A und O. Mit ihm steht und fällt das Wohlbefinden, die Integrität, die Laune, der Appetit und der Tagesrythmus.
  4. Liebe geht durch den Magen. Du willst dich beliebt machen? Koche für deine Mitbewohner und kündige es nicht vorher an. Einfach machen. Es muss nichtmal gut schmecken.
  5. Reisen ist anstrengend und raubt Kräfte. Anne würde sagen, dass sie mir das vorher hätte sagen können. Ich musste erst auf die Herdplatte fassen. Und hätte ich nicht diesen selbsttherapierenden Blog gehabt, wäre ich wahrscheinlich irgendwann explodiert.
  6. Lernt man einen Menschen kennen, ist er am wenigsten von seiner Kultur geprägt. Die Kultur ist nur eine Schablone, mit dem sich ein Mensch die Welt erklärt. Der Charakter wird davon nicht beeinflusst.
  7. Ein Bier bekommt man in 10 Minuten kalt, wenn man es in Küchenpapier wickelt, nass macht und in die Gefriertruhe legt.
  8. Abwechslung hält fit. Man muss sich irritieren lassen und sich mit Menschen umgeben, mit denen man sich nicht umgeben möchte. Das ist der einzige Weg und der treibsamste Motor, um regelmäßig und effektiv den Status Quo zu hinterfragen.
  9. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Jemand, der mir erzählt, dass er kein Alter hat? Check. Querdenker, die Geflüchtete aufnehmen? Check. AFD-wählende Ausländer? Check.
  10. Bilder erst löschen, wenn du wieder weg bist. Erst dann kann man die Dinge mit Abstand betrachten.
  11. Jede Stadt kann schön sein. (Aber ich war auch nicht in Gelsenkirchen).

Fragen von Stefan

Im Januar, kurz vor Halbzeit, telefoniere ich mit Stefan. Es gibt viele Fragen. »Reicht ein Monat aus?« – »Nein«, habe ich damals gesagt. Natürlich nicht. Eine Stadt zu entdecken dauert Jahre. Jetzt sage ich: na ja, vielleicht schon. Erstmal. Für den Eindruck. Und außerdem ist ein Monat genau die Zeit, in der man sich von seiner besten Seite zeigen kann: 12 mal Deutschland ist auch 12 mal Honeymoon. Sich 12 Monate lang nicht mit den eigenen Unzulänglichkeiten befassen. Denn Dinge, die mich normalerweise extrem nerven würden–dreckige Abflüsse, schimmliges Essen, unfaire Rollenverteilung–kann ich einfach übersehen. Ein großes Fass aufmachen würde erstens viel zu viel Kraft kosten und zweitens gar nicht nachhaltig sein. Ich bin ja dann wieder weg. Und jetzt war ich ein Jahr lang die Fremde. Und konnte alles aufsaugen und beobachten–ohne zu viel von mir selbst reinzugeben.

»Willst du, jetzt wo du andere Städte kennst, wieder nach Berlin zurück? Zur Heimat? Oder war das ein Augenöffner und du willst noch mehr weg?« fragt Stefan auch. Augenöffner – ja. Man kennt ja die anderen Menschen in Deutschland sonst immer nur so als non-relatable Zahl in den Wahlergebnissen und Sonntagsumfragen. Jetzt weiß ich (oder eher: glaube zu wissen), warum Protestwähler:innen aus Protest wählen. Oder was Kölnerinnen, Frankfurter, Süddeutsche und schießmichtod alle so abgöttisch an ihrer Heimat lieben. Und dass es voll der »ich kenn’ es halt und find’s deswegen gut«-Bias ist. Ob ich jetzt wieder nach Berlin zurück will? Zu meiner Heimat? Auch ja. Kenn’ ich halt und find’s deswegen gut: die Freunde. Und das war vielleicht der größte Augenöffner.

Weggehen und Freundschaft lernen

Was eine Freundschaft bedeutet, die es seit Ewigkeiten gibt, war mir lange, glaube ich, nicht wirklich bewusst. Ich meine, Luise und Anne waren ja immer da. Als wir dann zum Studieren in andere Städte gegangen sind, hatte ich Janek und Stefan aus der Grundschule, Linus und Oli vom Abi. Und eine endlose Reihe an anderen Frankfurter:innen, die alle die 100 km nach Berlin gekommen sind.

»Lerne ich ja kennen« und »Hauptsache, ich hab jemanden zum Volltexten«, dachte ich immer. Aber es ist eben doch etwas anderes, wenn jemand meine Macken kennt. Wenn jemand weiß, wann ich Sachen nicht böse meine (sehr oft!). Und wenn man gemeinsame Erinnerungen hat. Es ist das »weißt du noch« und »damals in…«, das einem das Gefühl von Zugehörigkeit gibt. Und vom richtigen Platz. Von einem Platz.

mein platz

»Wie kommst du mit Einsamkeit zurecht? Wie ist es, jeden Monat die Menschen zu wechseln? Bezugspersonen zu verlieren?«. Ja, unschön, das mit dem Bezugspersonen verlieren. Nach Trier hatte ich ernsthaft sowas wie Liebeskummer. Da ist es gut, wenn man eine Luise hat, die einen fünf Mal die Woche anruft. Oder wenn wenigstens die Menschen auf Arbeit, äh, auf dem Bildschirm immer eine Konstante sind. Und die Einsamkeit? Die hatte ich eigentlich nur in Frankfurt, wie ich oben erzählt habe. Aber, na ja, das war auch irgendwie gut. Da weiß man wenigstens, was man aushalten kann.

Bezugspersonen

Und das mit den Bezugspersonen? Wir sind der Querschnitt aus den fünf Leuten, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, sagt man. Ich habe nun ein Jahr lang nur mit mir die meiste Zeit verbracht. Ich kenne mich jetzt sehr gut. Wirklich sehr gut. Von daher war das eigentlich ok.

Und: jetzt habe ich überall in Deutschland Bezugspersonen. Gute Menschen aus verschiedenen Blasen, mit denen ich in manchen Fällen noch sehr intensiven, in anderen Fällen sporadischen Kontakt habe. Gut. Alle gut. Von wegen Bezugspersonen verlieren. Gewinnen, sag’ ich. Hat was gebracht, würde Mama sagen.

Lockdown-Reise

»Kriegt man überhaupt was von den Städten mit, wenn man im Lockdown reist?« ist Stefans letzte Frage. Auf jeden Fall! Dadurch, dass ich immer eine WG hatte, konnte ich in den Erinnerungen der Anderen rumstöbern. Das kennt man ja: wenn man eine Geschichte so oft hört, dass man irgendwann denkt, man wäre selbst dabei gewesen. »Damals beim Bildungsstreik …«, »auf der Party von Otto, als …« oder »im Sommer auf der Innwiese …«. Heimat fühlen? Geht schon.

Außerdem: den Lockdown so spannend und abwechslungsreich rumkriegen war ein Geschenk. Ich wäre wohl irgendwann durchgedreht mit meinem völlig übertriebenen Taten- und Freiheitsdrang. So – und ich weiß, was für ein Glück ich hatte – konnte ich das wohl umgehen.

Und was ist mit dem »Ich«?

»Und jetzt am Ende«, fällt Stefan doch noch eine Frage ein, »hast du das Gefühl, dass du dich verändert hast?«. Oh! Puh! Na du stellst Fragen. Es gibt ein paar naheliegende und ein paar fernerliegende Eigenschaften, die so eine Reise meiner Meinung nach mitbringen.

Vom Nahen betrachtet, erfordert das Jahr natürlich einen gewissen Grad an Neugier und Kommunikationsfreude. Manche Leute machen solche Sachen ja »um endlich mal aus sich rauszukommen«. Das brauchte ich nicht. Das hatte ich. Schon immer. Mit Fremden reden war für mich noch nie ein Problem. Jetzt kann ich das vielleicht ein bisschen besser. Schaden kann’s nicht, würde Papa sagen.

Was aber nebenher passiert ist: dass ich ruhiger geworden bin. Oder eher: gesetzter. Ich glaub, das hat irgendwas mit Vertrauen in die eigene Person zu tun oder so. Ich weiß, dass ich klar komme. Habe ich mir ja jetzt gezeigt. Und ich weiß, dass Leute dazu tendieren, mich zu mögen. Jedenfalls die, die ich in den 12 Monaten getroffen habe. Das nimmt die Angst und den Stress, nicht genug zu sein. Oder komisch. Oder generell irgendwie falsch.

Was sich auch verändert hat, ist mein Hang zur neurotischen Ordentlich- und Sauberkeit. Das habe ich zwar nicht von Kindheit an, aber spätestens seitdem ich 17 bin, räume ich. Gern. Auf. Es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn alles an seinem Platz und ordentlich zusammengefaltet ist. Zum Leid meiner Mitbewohner (sorry, Oli!). Nach einem Jahr aus dem Rucksack leben und sich immer wieder neuen Sauberkeits- oder eher Dreckigkeitsstandards anpassen, kann ich es ganz schön gut aushalten, wenn Dinge nicht parallel zur Tischkante angeordnet sind. Ich komme, wenn auch nur schwer, damit klar, wenn Geschirr über Nacht stehen gelassen wird. Selbst Schuhe, die nicht parallel zueinander und senkrecht zur Wand stehen, lassen mich ebenso unberührt, wie ein nicht gemachtes Bett. Fast, jedenfalls.

Zu guter Letzt

Das Wichtigste habe ich aber wohl über die Zeit und vor allen dingen in Verbindung mit der Pandemie gelernt. Es ist so einer dieser beruhigenden Gedanken, die mich entspannt leben lassen. Die mir diese innere Sicherheit geben, dass schon alles werden wird. Und die einfach schön und verdammt schnulzig sind: Freunde findet man überall. Wenn man will sogar über Meinungen, Alters- und Interessengrenzen hinweg.

Danke, danke, danke

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Menschen bedanken, die mich in meinem Projekt begleitet, unterstützt, bekräftigt und immer wieder aufgefangen haben. Die mir den Rücken freigehalten und mich immer wieder zum Weitermachen ermutigt haben: Papa, der immer extrem schnell und zuverlässig alle Texte korrekturgelesen hat und Mama, die immer eine kritische, realistische und ehrliche Antwort auf meine tausend Fragen parat hatte. Tina, die mir immer ein Zuhause gegeben hat und immer viel zu stolz auf mich war. Anne und Luise, die nie gelangweilt von meinen Monologen und Problemen waren (oder es gut überspielen konnten), immer einen viel zu guten Ratschlag hatten und immer zumindestens für mein psychisches Wohl gesagt haben, wie beeindruckt sie von mir sind.

Ein riesengroßes Danke gilt auch allen Menschen, die, freiwillig oder unfreiwillig, kleine und große Rollen in diesem Blog und in meinem Leben übernommen haben. Allen voran natürlich Cenin, Ludwig und Regina für alles, alles, alles und besonders die Gespräche, Hannes, Laura für die Ruhrpotttouren und Tobi für die Karnevalsnachhilfe, Monika & Walther für’s Augenöffnen, Nele für die Pfalz-Tour und den restlichen Passauer:innen Manu, Josepha, Joni & Flo für den gemütlichsten Januar. Johanna, Marco & Miri, Marie, Alix & Lena und alle anderen Freunde von Ludwig & Marie, die ich kennen lernen durfte. Aurelia, Steven für’s Rumführen, Hannah, Niklas & Sascha, Mo, Yousif, Jenny, Cat, Ines, Antonia, Janek, Michi & Thorsten, Sabine, Jonas, Justus, Konstantin, Sergej, Nina & Boris, Flo, Corinna, Fabi & Jessi, Lena und alle anderen, deren Namen hier nicht mehr reinpassen.

Und natürlich mein Rückhalt: Stefan für die unglaubliche Beständigkeit, Linus, Oli, Tom & Maja für die unzähligen Filmnächte und eine immer freie Couch, Peter, Robert & Cordelia für’s Schreiben lehren, Kendra, Nora & Pauline für’s immer da sein, Sina & Vici für’s immer wieder Zeit nehmen, Kati & Tine für’s Lesen und Bestärken, Paula (<3), Jacob für den sozialwissenschaftliche Fachberatung, Seb, Till, Felix, Marcel, Rebekka & Lisa für Kochen, Skat und Wandern, Hartmut, Jutta, Susi & Norbert für’s Dasein, Lena, Natze & Sara für’s immer wieder Nachfragen, Jenny & Ines für’s unbändige Interesse und die guten Ratschläge, Franka, Jakob und die janze Bande.

Ihr habt alle viel mehr gemacht, als ihr denkt.

Ein Kommentar

  1. Tina Tina

    Mit “viel zu stolz” kann ich gut leben und kommentier jetzt viel zu stolz auf allen Kanälen 🙂

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